Ein Freudenfest mitten im Krieg!?
- dvogel82
- 11. März
- 3 Min. Lesezeit
Am 3. März feierten die Juden auf der ganzen Welt das Purim Fest. Es ist eines der fröhlichsten Feste und scheint auf den ersten Blick eine Art jüdischer Karneval zu sein.
Dieses Fest geht auf das biblische Buch Ester zurück und ihr werdet gleich erkennen, dass diese uralte Geschichte in der heutigen Zeit hochaktuell ist!
Hier eine ganz kurze Zusammenfassung der Ester-Geschichte:
Der böse Minister Haman wollte alle Juden im persischen Reich vernichten. Die jüdische Königin Ester und ihr Pflegevater Mordechai (der am Königshof arbeitete) deckten den Plan auf und retteten ihr Volk.
Es lohnt sich, diese spannende Geschichte einmal ganz zu lesen, vielleicht kennt ihr sie noch aus der Sonntagsschule oder habt sie euren Kindern schon mal erzählt.
Purim ist Hebräisch und bedeutet „Lose“, da Haman per Los den Tag für die Vernichtung der Juden bestimmte.
Ester hat ihre jüdische Identität vor dem König und seinen Beamten verschwiegen, aus Angst vor Verfolgung und Diskriminierung. Um ihr Volk zu retten, gestand sie schliesslich dem König ihre Zugehörigkeit zum jüdischen Volk und riskierte damit ihr Leben.
Der König hatte befohlen, dass sich alle vor seinem obersten Minister Haman verbeugen und anbetend auf die Knie fallen sollten. Mordechai weigerte sich jedoch, einen Menschen anzubeten. Das machte Haman derart wütend, dass er beschloss, alle Juden umzubringen.
Ihr seht: Antisemitismus gab es schon damals. Und die Ester-Geschichte ist durch die Jahrtausende hinweg hochaktuell geblieben!
Nach dem 7. Oktober 2023 dauerte es nicht lange, bis Israel in den Medien als der alleinige Aggressor gegen die Palästinenser dargestellt wurde. In den allermeisten Medienberichten wurde nur noch über die „ Israelischen Kriegsverbrechen“ berichtet und die Gräueltaten der Hamas, deren Sympathisanten und hunderten Zivilisten die sozusagen als „Katastrophentouristen“ über die israelische Grenze strömten, wurden nur noch am Rande erwähnt. Antisemitische Gewalt (sei es in den Medien oder in Form von physischer Gewalt) breitete sich weltweit rasend schnell aus. Die Juden werden erneut in in immer grösserem Ausmass angegriffen, beschimpft und verfolgt, nur weil sie Juden sind.
Meiner Meinung nach kann man gegen die Israelische Regierung und ihre Politik sein, die sinnlose Gewalt jüdischer Siedlergruppen verurteilen, oder den jüdisch-orthodoxen Glauben seltsam finden - aber ist es nicht völlig irrational, deswegen „die Juden“ zu hassen und verunglimpfen?

Golda Meir (Israelische Premierministerin von 1969-1974) hat einmal gesagt: „Pessimismus ist ein Luxus, den sich ein Jude niemals leisten kann.“
Deshalb feiern die Juden jedes Jahr Purim und versuchen, auch inmitten von Krieg und Verfolgung fröhlich und optimistisch zu sein.
Hier einige Bräuche und Traditionen für das Purimfest:
Lesung des Buches Ester: Die Ester-Geschichte wird am Vorabend (in der jüdischen Tradition beginnt der neue Tag mit dem Sonnenuntergang) und am Purim-Tag in der Synagoge und/oder zuhause mit Gästen laut gelesen. Bei jeder Erwähnung des Bösewichts „Haman“ wird mit Buhrufen, Ratschen, Rasseln oder Füssestampfen Lärm gemacht.
Verkleidungen: Kinder und Erwachsene verkleiden sich oft als Figuren aus der Ester-Geschichte, aber auch mit anderen Kostümen, was an die Fasnacht erinnert.
Geschenke: Es ist „Pflicht“, mindestens zwei verschiedene Arten von verzehrfertigen Lebensmitteln/Gerichten an Freunde und Nachbarn zu verschenken. Es werden auch Unmengen an Süssigkeiten und anderen (mehr oder weniger nützlichen) Sachen verschenkt.
Gaben an Arme: Spenden an Bedürftige sind ein wichtiger Bestandteil, damit alle das Fest feiern können.
Festmahl: Ein reichhaltiges Festessen findet meist am Nachmittag statt, oft mit (reichlich) alkoholischen Getränken.
Hamantaschen (auch Hamanohren gnannt): Traditionelles, dreieckiges Gebäck, gefüllt mit Mohn, Pflaumenmus, Schokolade oder Nüssen, das Hamans Hut oder Ohren symbolisieren soll. Ich habe sie auch schon mit salziger Füllung aufgetischt bekommen.
Fasten vor Purim: Der Tag vor Purim ist traditionell ein Fasttag, der an Esters Fasten erinnert, bevor sie vor den König trat.
















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